Bayernpokal 2006
Die Oberpfälzer Damen scheuten weder die tropische Hitze, noch
eine lange Reise um ihre Bezirkskameraden beim René de Smet –
Pokal zu unterstützen. Diese Hilfe machte sich lautstark bemerkbar
in Form von selbstgebastelten Geräuschmaschinen – mit Kies
gefüllten Plastikflaschen, und natürlich durch laute
Anfeuerungparolen. Trotz des schlechten Abschneidens der Jungs,
ließen sich die Mädchen in ihrer guten Stimmung nicht
trüben. Belohnt wurde man am Ende eines heißen und
anstrengenden Kampftages mit einem Sprung in das erfrischende Nass des
an die Turnhalle angeschlossenen Schwimmbades, an das sich ein
ausgiebiges Abendessen in fröhlicher Runde anschloss.
Zurück in der Unterkunft, zwei leeren Klassenzimmern, ging man in
lauschiger Nacht zum gemütlichen Teil über – gegenseitiges
Besprühen mit Deo, Pokerspielen um Rachenbonbons, damit die vom
Anfeuern rauen Stimmen wieder geschmeidig wurden – zu dem auch die
regelmäßige Aufforderung seitens der Verantwortlichen
gehörte, genügend Flüssigkeit (Wasser!) zu sich zu
nehmen. Pünktlich um 22:45 hieß es „Licht aus!“, was
mit Rücksicht auf den anstrengenden Tag den die Mädchen noch
vor sich hatten, größtenteils brav befolgt wurde.
Der Morgen des Kampftages begann hektisch. Ein Großteil der
Mädchen hatte sich schon am Samstag abgewogen, doch fast ein
Drittel der Mannschaft kam erst am Sonntag. Es gestaltete sich
schwierig, die Nachzügler geschlossen zum Wiegen zu bringen und
oft stimmte das Gewicht nicht. Somit hatte die Jugendleitung nicht viel
Zeit, über den Einsatz der Mädchen im Turnier zu entscheiden
und musste in dem einen oder anderen Fall gehörig improvisieren.
Die Poolauslosung bescherte der Oberpfälzer Mannschaft das Pech,
gegen zwei der sehr stark eingeschätzten Teams, Niederbayern und
Mittelfranken, antreten zu müssen.
Die erste Begegnung gegen München wurde 15:5 (Unterbewertung
147:47) gewonnen wobei die U14 alle ihre Kämpfe für sich
entschied. In der zweiten Runde ging es gegen Niederbayern, wo man eine
Niederlage 8:10 (Unterbewertung 69:95) mit zwei Unentschieden
einstecken musste. Im dritten Kampf war der Gegner Mittelfranken, der
mit 11:8 (Unterbewertung 105:73) besiegt wurde und die Oberpfalz zum
Poolzweiten machte. Der nächste Gegner war Oberbayern, der Sieger
aus dem anderen Pool. In dieser für beide Parteien
kräftezehrenden Begegnung musste man sich 7:12 (Unterbewertung
65:120) geschlagen geben und landete auf Platz drei. Die Niederlage
schmerzt weniger, wenn man sich bewusst macht, dass die Oberpfalz sich
als harter Brocken für die Oberbayern entpuppte und immerhin 7
Siege verbuchte, deutlich mehr als manch anderer Bezirk.
Der Vergleich der einzelnen Begegnungen zum Vorjahr zeigt eine
deutliche Steigerung der Leistungsfähigkeit und nährt die
Hoffnung, dass in Zukunft ein Titelgewinn im Bereich des Möglichen
ist.
In eigener Sache:
Bayernpokal und René de Smet sind keine Darstellung
individueller Größe, sie sind Mannschaftsereignisse eines
jeden Bezirkes, so dass man erwarten muss, dass die Teilnehmer als Team
auftreten und handeln.
Wie oben schon erwähnt, schloss sich ein Drittel der Mädchen
in letzter Minute von der Teilnahme an den Ereignissen des Samstags
aus. Hier wurden Zeit bei der Organisation und finanzielle Mittel
unnötigerweise vergeudet. Die Jugendleitung hatte
Transportkapazitäten und Mahlzeiten für alle Mitglieder der
Oberpfalzauswahl bereitgestellt. Wie es sich herausstellte, musste ein
Bus leer fahren, und auch der Ausrichter war nicht glücklich, dass
die Oberpfalz nicht alle bestellten Mahlzeiten abnehmen konnte.
Die Jugendleitung hatte im Vorfeld versucht, für eine optimale
Aufstellung pro Gewichtsklasse je einen Kämpfer und einen Ersatz
zu benennen. Leider stellte es sich heraus, oft erst beim Abwiegen am
Sonntag, dass viele Kämpferinnen nicht das angegebene Gewicht
hatten. Es wäre ein leichtes gewesen, dies den Verantwortlichen
rechtzeitig mitzuteilen, was aber, mit wenigen Ausnahmen, nicht
geschah. So ergab es sich, dass viele Gruppen dreifach besetzt waren,
in sechs Gruppen gab es nur eine Athletin. Dennoch ermöglichte es
die Jugendleitung, dass 30 Sportlerinnen kämpfen durften. Nur
sechs konnten nicht eingesetzt werden.
Ihre Anwesenheit war trotzdem wichtig für die Mannschaft . Die
Fußball-Weltmeisterschaft sollte verdeutlicht haben, wie wichtig
es ist, als Team aufzutreten und füreinander einzustehen, auch
wenn man selbst nicht zum Einsatz kommt. Um so mehr schmerzt es, wenn
von vielen Seiten nur Kritik geäußert wurde, sei es zu der
Berufung in die Oberpfalzauswahl, sei es wegen der Wahl einzelner
Judoka in speziellen Begegnungen.
Ich stehe zu unserer Entscheidung bei Auswahl und Einsatz und bin stolz
auf die Mädchen, die am Samstag den Jungs geholfen haben, indem
sie sie anfeuerten. Ich danke den 18 Jungs, die geblieben sind, um am
Sonntag den Mädchen lautstark ihre Unterstützung zu geben. Es
bleibt zu hoffen, dass sich ihre Stimmen inzwischen wieder erholt
haben.
Sandra
Querfurth