Auch 2001 wurden in der Oberpfalz wieder zwei Lehrgänge für
Prüfer und interessierte Judoka durchgeführt.
Am 01.06.und 02.06.2001 waren wir in Falkenstein sowie am 12.10. und
13.10.2001 in Amberg.
Mit jeweils ca. 20 Teilnehmern war die Resonanz nicht so groß
wie in den letzten Jahren.
Die Kritik, auch von der Vorstandschaft des Bezirks, den Lehrgang jeweils
an zwei Tagen durch zu führen, kann ich nicht verstehen. Diese Lehrgänge
sind nicht für einen elitären Kreis gedacht, der vielleicht das
Geheimnis des Prüfens nach Art der Druiden berät, sondern dienen
vor allem auch der Ausbildung unserer Judoka.
Es werden unter Anderem Abschnitte der Prüfungsordnung durch gearbeitet
und die Kriterien für die Anforderungen erörtert. Dass dies bitter
nötig ist, haben auch die Ergebnisse der Dan Prüfung in Altdorf
gezeigt. Darüber erlaube ich mir im Absatz weiter hinten Stellung
zu nehmen.
Die Liste der durchgeführten Prüfungen konnte noch nicht
erstellt werden, da der Rücklauf noch nicht abgeschlossen ist.
Es wurden aber über 80 Prüfungen durchgeführt. Der Einsatz
des Vorjahres von 99 Prüfungen wird aber nicht mehr erreicht werden.
Allen Prüfern recht herzlichen Dank für euren Einsatz und Engagement.
Bereits im letzten Jahr wollte ich eine Art Dauerlehrgang für
1. Kyu und Dan-Anwärter durchführen. Dies konnte aus Kostengründen
nicht umgesetzt werden.
Meiner Meinung nach sind ein oder zwei Lehrgänge im Jahr nicht
ausreichend (diese werden auf Verbandsebene durchgeführt). Es muss
vielmehr den Judoka die Möglichkeit gegeben werden sich jederzeit
und während des ganzen Jahres den Input zu holen der nötig ist.
Eine Anlaufstelle für alle Judoka, die über den eigenen Verein
hinaus sich weiter entwickeln möchten. Ich habe geplant, dass ein
Verein einen Trainingsabend in der Woche zur Verfügung stellt. Die
benötigte Zeit sollte nicht unter drei Stunden liegen, da eine kürzere
Trainingseinheit bei dem komplexen Stoff keinen Sinn macht. Der Abgleich
der Techniken bis zur Verbandebene wäre so gewährleistet. Ich
möchte hier betonen, diese Arbeit besteht im besonderen darin, den
ganzen Bereich der Kyu- und Dan-Ausbildung abzudecken und so ein Fundament
zu schaffen, das ein Judoka haben sollte.
Immer wieder muss ich feststellen, dass besonders bei Dan-Prüfungen
die persönlichen Kampftechniken super beherrscht werden, der oft große
Rest des in der PO festgelegten Inhalts aber nur mangelhaft gezeigt wird.
Ich hoffe sehr, dass wir mit diesem Lehrgang zu einer Verbesserung
der Prüfungsergebnisse kommen.
Leider ist unsere langjähriger Mitarbeiter Gerhard Steidele von seinem Amt als Prüfungsreferent zurück getreten. Wir haben mit ihm einen hervorragenden Judoka und Kenner der Materie verloren. In unermüdlichem Einsatz hat er versucht unser Judo vom Grundsatz her vor allem den jungen Judoka im Kyu - Bereich, sowie den älteren Einsteigern zu vermitteln. Im Besonderen aber auch im Bereich der Dan - Träger hat er hervorragende Arbeit geleistet und so in Bayern das Judo vorangebracht. Natürlich sind auch einige von uns dabei, die vielleicht frustriert von seinen hohen Anforderungen froh sind, sich nicht mehr mit seinen Visionen auseinander setzen zu müssen. Ich danke ihm an dieser Stelle für seine geleistete Arbeit und hoffe, dass er recht bald zurückkehrt und weiter macht.
Mit der neuen Prüfungsordnung ist für die nächsten 4 Jahre ein Faktum geschaffen. Wir glauben, dass in der Ausbildung der jungen Judoka das richtige Maß zwischen modernem Judo und festen Werten, der von den alten Meistern geschaffenen Grundsätze gefunden wurde .Mit dem Erwerb der verschiedenen Gürtel wird der Stand des theoretischen Wissens und die körperliche Fähigkeit die verschiedenen Techniken ausführen zu können dokumentiert.
Uns sollte aber klar sein, dass allein mit dem Erwerb der verschiedenen
Gürtel das Wissen und Fühlen der dem Judo inne wohnenden Kraft
des Zen nicht erlangt werden kann.
Beim Run auf das Erreichen der nächsten Stufe wird dies von den
Vereinen, den Trainern und Eltern oft nicht bedacht. Der Gürtel allein
zeigt nicht unbedingt die Reife des Trägers an.
Ein großer Mangel ist vor allem bei unseren Dan-Trägern
zu bedauern. Es ist so nicht verwunderlich, wenn neben dem mangelnden Verständnis
für die Grundsätze des Judo und mit dem ausreizen der Wartezeiten
auch die körperlichen und technischen Fähigkeiten leiden.
Dies kann dazu führen, dass der Prüfungsteilnehmer unter
Umständen versagt und das Prüfungsziel nicht erreicht werden
kann, wie dies am 20.07.01 in Altdorf passiert ist . Von 9 Teilnehmern
der Prüfung zum 2. Dan konnte keiner an diesem Tag das Ziel erreichen.
Die Schuld den Prüfern allein zu geben wäre ungerecht und
auch nicht objektiv. Da ich bei dieser Prüfung anwesend war, kann
ich aus meiner Sicht sagen, dass viele der Teilnehmer nicht in der Lage
waren die Anforderungen zu erfüllen.
Natürlich müssen wir darüber nachdenken, wie wir es
besser machen können. Grundsätzlich soll jeder der an einer Gürtelprüfung
teilnimmt auch bestehen. Das ist unser Ziel. Wir Alle, die Trainer, Prüfer
und die Judoka, die den nächsten Grad anstreben, müssen aber
zusammen arbeiten. Es darf nicht sein, dass bei uns ein Aspirant im unklaren
gelassen wird, welche Anforderungen er erfüllen muss. Ein Judoka der
das geforderte Programm bei den Pflicht - Lehrgängen, die der Verband
durchführt nicht beherrscht, sollte auch nicht zur Prüfung zugelassen
werden.
Ich denke, wir Alle möchten viel wissen und das Soll erfüllen.
Schließlich will jeder nach bestandener Prüfung auch stolz auf
seinen Gürtelgrad sein.
Ich denke, dass dies auch mal in einen Jahresbericht hinein gehört
und hoffe niemanden persönlich getroffen zu haben.
Auf ein Gutes 2002
Bruno Gründemann