Jahresbericht 2001

Liebe Sportkameraden,

wir haben ein interessantes Jahr im Judo erlebt.  Nicht nur das alljährliche Worldmasters feierte sein 10. Jubiläum, auch das Highlight in unserem Sport die Weltmeisterschaft fand in diesem Jahr in München statt. Dort waren nicht nur alle Größen des Judosports live und persönlich zu erleben, es wurde und das war besonders bemerkenswert hochklassiges Judo in einem von allen Seiten gelobten Rahmen geboten.

Wir aus dem Bezirk Oberpfalz waren leider nicht mit aktiven Sportlern vertreten, konnten aber ansonsten unseren Beitrag zu einem erfolgreichem Gelingen beisteuern. Karl Ertel vom 1. JC Weiden und ich durften das Organisations-Komitee verstärken und viele Sportkameraden aus der Oberpfalz haben als Mitarbeiter an verschiedenen Stellen dieser WM geholfen, sie zu einem herausragenden Ereignis zu machen und dabei Judo der Spitzenklasse hautnah erlebt. Wir haben damit das Engagement unseres Bezirkes sowohl im Bayerischen Judoverband als auch dem Deutschen Judobund gegenüber mit großem Erfolg unter Beweis gestellt.

Nach diesem Ausflug in das Judoweltgeschehen möchte ich aber nun auf die Schwerpunkte und Ereignisse unseres Oberpfälzer Judojahres 2001 näher eingehen.

Mitgliederzahl:

Beim BJV waren in 2001 2.659 Judoka aus dem Bezirk Oberpfalz gemeldet. Wir haben damit nahezu die gleiche Anzahl von Sportlern in der Oberpfalz aktiv. Leider ist der Anteil der Senioren (ab 19 Jahre) mit 18,3% gegenüber dem Vorjahr (19,6%) weiter zurückgegangen. Weiter erstaunlich bleibt unsere gemeldete Mitgliederzahl beim BLSV, die nach wie vor deutlich über der Verbandszahl liegt. Ich möchte ausdrücklich alle Vereine aufrufen, dieses Delta zugunsten unserer Verbandsstärkemeldung aufzuheben.
 

Bezirksvorstand

Allgemeines

Auch im Jahr 2001 fanden wieder 2 Arbeitssitzungen des Bezirksvorstandes statt. Wir haben im Rahmen unserer Zusammentreffen die verschiedenen Aktivitäten der Ressorts aufeinander abgestimmt und die terminlichen Planungen versucht überschneidungsfrei zu gestalten.

Personelles

Das Jahr 2001 war im Bezirksvorstand durch verschiedene personelle Veränderungen gekennzeichnet. Nach der nicht erfolgten Bestätigung des Jugendleiters Andreas Holzberger auf dem Bezirkstag 2001 habe ich eine außerordentliche Jugendvollversammlung am 4. März  einberufen, auf der Benjamin Mahl als Jugendleiter männlich gewählt wurde. Benny hat sich ohne große Unterstützung von seinem Vorgänger in diese Aufgabe engagiert eingearbeitet und es geschafft, das angefangene Sportjahr reibungslos fortzuführen.
Aus verständlichen persönlichen Gründen (die berufliche Ausbildung hat Priorität) hat Benny leider sein Amt auf der Jugendvollversammlung in Regensburg am 7. Dezember wieder zurückgegeben. An dieser Stelle ein ganz herzliches Danke für seine Mitarbeit. Als kommissarischer Nachfolger bis zum Ablauf der Wahlperiode wurde Georg Schilling von den anwesenden Vereinen benannt.

Ebenfalls zum Jahresende hat Peter Kurzetkowski seine Funktion als KRO des Bezirks abgegeben. Adolf Bindl, als bisheriger Vertreter wurde vom Bezirksvorstand bis zur nächsten Wahlperiode kommissarisch mit dieser Aufgabe betraut. Als sein Vertreter fungiert Werner Bühler. Beiden Sportkameraden viel Erfolg in der neuen Funktion.

Finanzsituation

Im Jahr 2001 konnte durch kooperatives Zusammenwirken aller BV Mitglieder die angespannte Finanzsituation des Vorjahres mit Erfolg bereinigt werden. Alle offenen Zahlungen an den früheren Jugendleiter Andreas Holzberger wurden beglichen. Der verbleibende Überschuss wird in das Jahr 2002 übertragen. Nähere Details wird der Kassenwart Helmut Schardt in seinem Kassenbericht erläutern. Die Umstellung der Bezirksumlage u.a. auf den Euro wird in einem Antrag auf dem heutigen Bezirkstag zur Entscheidung vorgelegt.
Leider hat sich das Zahlungsverhalten einzelner Vereine im Hinblick auf verschiedene vom Bezirkstag beschlossene Umlagen auch im abgelaufenen Jahr nicht verbessert. In der Bezirksvorstandschaft wurde deshalb beschlossen diesbezüglich heute einen Antrag zur Entscheidung vorzulegen.

Zusammenarbeit mit dem BJV und BLSV

Die Zusammenarbeit mit den Dachverbänden gestaltet sich reibungslos. Die Informationen aus dem BJV sind aktuell und zeitnah verfügbar und die Gedanken und Anregungen aus der Oberpfalz werden in die entsprechenden Gremien eingebracht.
Das Verhältnis mit dem BLSV Oberpfalz hat sich im Jahr 2001 wieder entspannt. Die Unterstützung und Akzeptanz des Fachverbandes Judo in der Oberpfalz ist wieder in das Normalmass zurückgekehrt.
 

Zusammenarbeit mit dem Landesstützpunkt Abensberg

Im Jahr 2001 wurde in Regensburg und Weiden ein Außenstützpunkt des LStP Abensberg ins Leben gerufen. Zu bestimmten Terminen hält dort kostenlos ein qualifizierter Trainer mehrere Übungseinheiten für leistungsorientierte Judokas mit Zielrichtung Leistungssport. In Ergänzung dazu werden am LStP selbst wöchentlich ein oder zwei Trainingsabende angeboten. Inwieweit sich diese Einrichtung etabliert hat und auch in 2002 fortgeführt wird, zeigt der Bericht vom LStP. Die Mittel, die der BJV hierfür zur Verfügung stellt sind nicht unerheblich und sollten von möglichst vielen Vereinen genutzt werden. Für Vereinsegoismen ist da kein Platz!
 

Sportliche Höhepunkte in 2001

Auf den verschiedenen Ebenen haben unsere Sportler bemerkenswerte Erfolge erreicht. Ich möchte hier - ohne die anderen Siegreichen zu vergessen - ganz besonders Michaela Hollweck (sie steht deshalb auch auf der Siegerliste der Sportlerinnen der Oberpfalz des BLSV), Julia Heigl und Sarah Bühler bei den Frauen besonders erwähnen. Bei den Männern startete Dennis Werner bei der Europameisterschaft, erreichte mit dem TSV Großhadern den Deutschen Mannschaftsmeistertitel und holte sich jetzt schon zum zweiten Mal die Deutsche Vizemeisterschaft. Alexander Schneider konnte sich auch in diesem Jahr wieder die Deutsche Meisterschaft U 20 sichern.

Besonders erfreulich waren die Erfolge aber auch im Jugendnachwuchsbereich. In der Altersklasse U 13 errangen Oberpfälzerinnen nicht nur 2 Bayerische Meister-Titel, auch die anderen Platzierungen auf dem "Treppchen" waren sehr erfreulich.

Für das Highlight im Jugendbereich des BJV - der Rene-de-Smet- und Bayernpokal - war dieses Jahr die Oberpfalz der Ausrichter. Mit dem TSV Neutraubling fand sich ein Verein, der aufgrund seiner vielfältigen Erfahrungen mit hochrangigen Meisterschaften einen tadellosen Ablauf für diese Großveranstaltung auf die Beine stellte. Vielen Dank an die Neutraublinger, die Stimmen nach dem Wettkampf waren allesamt positiv. Aber auch der sportliche Erfolg stellte sich ein. Unsere Mädchenmannschaft erreichte einen sagenhaften 2. Platz - Gratulation!. Die Jungs mussten sich leider in diesem Jahr mit Platz 5 zufrieden geben.
 
 

Ausblick auf 2002

Im Jahr 2002 gilt es die gewonnenen sportlichen Erfolge weiter fortzuführen. Dabei ist es bedeutsam, der steigenden Teilnehmerzahl unserer Meisterschaften im Bezirk weiterhin großes Augenmerk zu schenken. Im Breitensportbereich wollen wir im Bezirk auf der Basis der oberbayerischen Erfahrungen einen "Vereinsassistenten Lehrgang" in Neutraubling im Frühjahr anbieten. Nähere Infos folgen in Kürze. Außerdem ist im Herbst anlässlich der Dojo-Eröffnung in Kümmersbruck ein Lehrgang U 17 aufwärts mit einem "prominenten" Trainer vorgesehen. Dabei soll aber auch der gesellige Teil nicht zu kurz kommen.
Inwieweit sich wieder eine Männermeisterschaft in der Oberpfalz organisieren lässt hängt im wesentlichen von der Bezirksliga ab. Es ist beabsichtigt u.U. eine gemeinsame Veranstaltung zu organisieren.

Ein wichtiger Punkt für 2002 ist aber die Einbeziehung der Vereine in unsere Bezirksaktivitäten. Dabei meine ich nicht nur eine Einbahnstrasse in Richtung Vereine, sondern auch eine "Rückantwort" der Vereine. In verschiedenen Bereichen ist leider festzustellen, dass sich das Judogeschehen in der Oberpfalz nur auf einige wenige Vereine konzentriert. Die dort eingebundenen Sportkameraden werden deswegen immer mehr und mehr gefordert. Das kann und darf so nicht sein. Wir haben insgesamt 41 Vereine in der Oberpfalz. Alle sind gefordert sich für unsere Sportler im Bezirk im Rahmen ihrer Möglichkeiten einzubringen. Ein lebhaftes Beispiel dafür ist die Meisterschaftsvergabe - mehr und mehr das Werk von Bittsteller-Jugendleitern. Es ist oft nur eine Frage der Organisation oder vielmehr des gemeinsamen Gesprächs um vermehrte Möglichkeiten zu finden. Wir machen unsere Meisterschaften nicht für uns, sondern vor allem für unsere jugendlichen Judokas. Das sollten sie uns auch in Zukunft wert sein. Gleiches gilt für unsere Berichte im Internet. Ich rufe Euch deshalb ganz besonders im Jahr 2002 für ein verstärktes Engagement der Vereine zu einer gemeinsamen Arbeit im Bezirk auf.

Ich möchte allen Sportkameraden - sowohl im Bezirksvorstand, als auch in den Vereinen - für die insgesamt gute und konstruktive Zusammenarbeit Danke sagen. Für das kommende Sportjahr wünsche ich den  Sportlern der Oberpfalz viel Erfolg und uns allen Gemeinsamkeit und Zusammenhalt für unseren Judosport.

Mit sportlichen Grüßen

Raimund Kronawitter
Bezirksvorsitzender