Denis Werner, TB-Weiden kämpft sich in die Weltspitze vor
Mit dem 5. Platz beim World-Masters für weitere Aufgaben empfohlen

München/Weiden. Beim Judo-Worldmasters am vergangenen Wochenende in der Münchner Rudi Sedelmayer-Halle hat der Weidener Schwergewichtler Denis Werner mit einem augezeichneten fünften Platz den Durchbruch in die Weltspitze geschafft. Kämpfer und Kämpferinnen aus 58 Nationen starteten in München, auch um Punkte für die Olympiaqualifikation zu sammeln. So sahen die zahlreichen Zuschauer einen Wettkampf auf allerhöchsten Niveau, vielfach mit Olympiasiegern, Welt- und Europameistern besetzt.

Turnerbündler Denis Werner, für den erkrankten deutschen Meister Frank Möller nachgerückt, hatte im Feld der einundzwanzig Schwergewichtler zunächst ein Freilos, mußte dann aber gleich gegen den starken Russen Moura Khassanow auf die Matte. Trotz guter Ansätze kam Denis Werner in diesem Kampf gegen den etwa 30 kg schwereren Russen nicht zum Zug und unterlag dem späteren Finalisten durch Konterwurf.

Doch in der Trostrunde drehte dann der Weidener Schwarzgurt so richtig auf. Den Argentinier Orlando Baccino, der zuvor den Brasilianer Fiebig und den Ozeanienmeister Snelgar bezwungen hatte, warf der Turnerbündler mit einem Fußwurf nach nicht einmal einer halben Minute Kampfzeit aus dem Rennen, was bereits Platz sieben bedeutete.

Noch beeindruckender dann der Kampf gegen Japans Nummer eins, den stark eingeschätzten Taku Saruwatari. Der Japaner hatte gleich in der ersten Auseinandersetzung den deutschen Dirk Kuelker vorgeführt, dann den Polen Bodziacki aus dem Rennen geworfen und war in der Trostrunde gegen den Venezulaner Vargas erfolgreich. Diese Siegesserie sollte aber gegen den Turnerbündler enden. Denis Werner ließ den Japaner gerade einmal über die Matte laufen, ehe er ihn mit einem mächtigen Hüftwurf auf die Matte donnerte. Nur acht Sekunden hatte der Kampf gedauert. In der Begegnung um Platz drei stand Denis Werner dann dem Türken Selim Tataroglu, immerhin dem Vizeweltmeister gegenüber. Unter den Augen der ca. 2000 Zuschauer und vor mehreren Fernsehkameras versuchte Denis Werner alles, aber der international erfahrene und auch deutlich schwerere Türke wehrte alle Angriffe des Turnerbündlers ab und holte sich mit dem Konterwurd »Ura-Nage« letztendlich Bronze.

Für den Deutschen Judo-Bund und natürlich auch für Denis Werner war dieser fünfte Platz eine Überraschung, hatte es doch im Vorjahr auch mit dem deutschen Meister Frank Möller für keinen Kämpfer in dieser Klasse zu einem Platz unter den ersten acht gereicht. Sieger des Schwergewichts wurde der Kubaner Angel Sanches, der Denis Werner bei den offenen Belgischen Meisterschaften die einzige Niederlage beigebracht hatte, vor dem Russen Moura Khassanov. Groß war natürlich die Freude im Lager der Turnerbündler, angeführt von TB Cheftrainer Berthold Weber und dem als Zeitnehmer eingesetzten TB-Mannschaftsführer Benjamin Mahl, Gratulation auch von den Verantwortlichen des Bayerischen Judoverbandes, denn kein anderer Aktiver des Landesverbandes erreichte bei den Männern die Finalrunde.

Denis Werner wird erst am Freitag wieder auf heimischer Matte im Elly-Heuss-Gymnasium trainieren, er nimmt nämlich noch bis Donnerstag am internationalen Trainingslager dem »Welt-Randori« in München teil.

In den sieben Gewichtsklassen der Männer wechselte Licht und Schatten für die deutschen Judokämpfer. Nur sechs Aktive konnten sich für die Finalkämpfe oder Kampf um Platz drei qualifizieren, wobei der erste Platz von Sven Helbig in der 90-kg Klasse als einziger Titelgewinn natürlich der Lichtblick war. Den zweiten Platz belegte Martin Grasmück (-73 kg) , Bronze gab es für Marin Schmidt (-73 kg), Marko Spittka (-90 kg) und überraschenderweise für Valentin Knobloch (-81 kg).